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Microsoft erklärt die

Bisher machte Windows 8 in Sachen Audio/Video-Unterstützung eher durch das Fehlen der DVD-Wiedergabefunktion im Standardlieferumfang auf sich aufmerksam. Wer DVDs abspielen will, muss das Media Center nachkaufen (in der Release Preview kann man es noch kostenfrei nachinstallieren) oder eine andere Software bemühen. Positives gab es bisher nur wenig zu berichten, eine Ausnahme ist beispielsweise die bessere DLNA-Integration auf dem Desktop. Metro-Apps sollen hingegen auf Windows-zertifizierte „Play To“-Empfänger streamen (siehe unten).

Doch offenbar hat sich eine Menge unter der Oberfläche sowie bei netten Details getan, auch wenn die mitunter nur für Metro gelten. In dem Blog-Eintrag „Building a rich and extensible media platform“ erklärt Scott Manchester, Group Program Manager des Teams Media Platform and Technologies innerhalb des Windows-8-Teams die Neuerungen. Die erklärten Ziele sind naheliegend: optimierte Performance im Hinblick auf eine unterbrechungsfreie Wiedergabe unter Berücksichtigung der Akkulaufzeit, vereinfachte Entwicklung und Erweiterbarkeit sowie die Berücksichtigung möglichst viele Nutzungsszenarien inklusive Echtzeitanwendungen. Erklärtes Ziel ist es, die Verzögerungen (Latenzen) auf unter 100 ms zu drücken, wie es der TIA/EIA-920-Standard[5] vorsieht.


Ein Ziel bei der Multimedia-Architektur für Windows 8 ist Echtzeitkommunikation mit möglichst geringen Latenzen.
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Bei der Videowiedergabe übergibt Windows 8 im Idealfall das gesamte Decoding an dedizierte Subsysteme der Grafikkarte oder spezielle Decoder-Chips, um die Haupt-CPU zu entlasten. Das effizientere Windows 8 Media Foundation Capture API ersetzt das betagte DirectShow Capture API und nutzt optimierte Software-Encoder für MPEG-4 AVC (H.264) sowie WMV9/VC-1, um einerseits geringere Latenzen zu erzielen und andererseits die Akkulaufzeit zu verbessern. Für HD-Videofonie unterstützt Windows 8 Kameras mit dediziertem Hardware-Encoder.


Um die Codec-Unterstützung von Windows 8 gab es einige Verwirrung. Hier eine Liste der von Metro unterstützen Formate.
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Auch das Audio-Decoding soll wenn möglich der CPU abgenommen werden, erläutert Manchester. Die üblicherweise häppchenweise verarbeiteten Audiodaten werden zusammengefasst und in einem Rutsch verarbeitet, sodass die CPU sich bis zu 100-mal länger (1 s gegenüber 10 ms) um anderes kümmern oder schlafen kann, so Manchester. Das soll die Akkulaufzeit ebenfalls verbessern. Das Mixing von Audiodaten wurde ebenfalls einmal mehr überarbeitet. Erwartungsgemäß priorisiert Windows 8 die Audioausgabe der Anwendung, die im Vordergrund läuft. Wechselt man allerdings vom Videoplayer oder einem Spiel zu einem anderen Programm, sollen die Film- und Spielklänge verstummen. Windows 8 teilt Audio-Streams in verschiedene Kategorieren ein, die mit Ausnahme von Musik und Audio-Kommunikation in der Regel nicht im Hintergrund weiterlaufen.

Mit der verstärkten Ausrichtung auf Tablets rückt bei Windows 8 die mit Windows 7 eingeführte „Play To“-Funktion stärker in den Fokus. Ähnlich wie bei Apples AirPlay kann man Inhalte vom Tablet aus auf einen anderen Bildschirm beamen, vorausgesetzt die Gegenstelle versteht DLNA/UPnP AV. Vom Desktop aus – etwa dem Media Player oder direkt aus dem Explorer – kann man an beliebige DLNA-Clients streamen, mit Metro-Apps hingegen nicht. Diese Einschränkung ist aus Microsofts Sicht zwar nachvollziehbar, weil man nur so garantieren kann, dass das Streaming klaglos funktioniert, für den Nutzer aber mitunter ärgerlich – etwa, wenn bereits vorhandene Geräte von den Metro-Apps schlicht nicht als Ziel erkannt werden.


Längst nicht alle Audioquellen dürfen bei Windows 8 im Hintergrund herumquäken.
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Darüber hinaus unterstützt Windows 8 von Haus aus die Wiedergabe von stereoskopischen 3D-Videos (Side by Side und Top/Bottom) und stellt den Entwicklern APIs zum Einbinden in eigene Applikationen bereit.

Die Windows 8 Media Platform erlaubt Metro-Apps Wechsel zwischen mehreren Audiospuren einer Videodatei – zum Windows Media Player verliert Manchester hingegen kein Wort. Der Internet Explorer 10 beherrscht zudem Untertitel in den Formaten WebVTT und SMPTE-TT.

Last but not least wertet Windows 8 nun in Videos hinterlegte Orientierungsinformationen aus, damit hochkant gefilmte Clips auch hochkant angezeigt werden. Streaming mit adaptiven Bitraten wird unterstützt. Manchester nennt in seinem Artikel das hauseigene Smooth Streaming, andere Formate und Protokolle sollen sich leicht nachrüsten lassen.

In vielen Fällen beziehen sich die Angaben des Microsoft-Managers explizit auf Metro, der Desktop spielt eine untergeordnete Rolle. Es ist zu prüfen, welche der genannten Funktionen dort ebenfalls zur Verfügung stehen.

Original-Artikel: http://www.heise.de

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